Posts Tagged ‘Stress’

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Keine gute Woche für Strom

31 Januar, 2008

„Heute ist kein guter Tag für Strom.“ sagte ein ehemaliger Vorgesetzter, wenn es mal wieder überdurchschnittlich viele Computerprobleme gab.
In diesem Sinne würde ich von keiner guten Stromwoche sprechen. Angefangen hat es damit, dass ich mich vom Kunden zur Installation einer Beta-Software überreden lies. Es sah ja auch gut aus. Anfangs. Doch dann begann die Software, Termine zu vergessen und – besonders bizarr -, die Existenz der 27. Kalenderwoche zu bestreiten. So durfte ich mich von der Funktionsfähigkeit des Backups überzeugen und einige lustige Momente mit geänderten Datenstrukturen verbringen.
Als nächstes wurde ich mal wieder in meinem Glauben an die Open-Source Idee erschüttert. Mein grundsätzliches Misstrauen in die Idee geht auf einen Vorfall vor ca. 3 Jahren zurück. Damals habe ich mich intensiv und sehr erfolgreich mit einem Linux-Desktop beschäftig. Ich hatte zum Schluss einen sehr schicken Multimedia-Desktop, der nur einen Wunsch offen lies: Synchronisieren meines Windows-Mobile PDAs. Die Auswahl an dafür geeigneter Software ist überschaubar – letztlich gab es nur eine Möglichkeit. Nach wirklich zahllosen erfolgfreien Versuchen, habe ich das gemacht, was ich immer in solchen Fällen mache: Die Fehlermeldung ins Google-Suchfeld kopieren und voila: Ein Volltreffer! Dort war jemand, der ins Entwicklerforum genau mein Problem gepostet hatte. 6 Monate zuvor. 3 Monate später folgte die einzige Reaktion, vom selben Autor mit der Frage, ob es überhaupt irgendjemanden gäbe, der diese Software tatsächlich benutzt. Offenbar nur ich.
Natürlich kann man einem Hobby-Programmierer nicht vorwerfen, wenn ein Projekt nicht mehr weiter geführt wird. Nur leider vergisst das Internet nichts und man wird noch Jahre später entsprechende Verweise finden.
Das interessante an diesem Fall war aber: Das Projekt war gar nicht tot. Es wurde noch programmiert, nur leider zum reinen Selbstzweck.
Wie auch immer. Daran jedenfalls musste ich denken, als gestern meine Versuche mit der .Mac-Alternative NotMac zu einem jähen Ende kamen – nicht ohne dass ich fast eine Woche damit verloren hätte, den Serverteil auf einem Linux-Rechner zum laufen zu bringen. Nachdem ich nämlich den ersten erfolgreichen Synchronisierungsversuch gemacht hatte, stiess ich beim zweiten Rechner auf ein Problem: Die Software ist nicht Leopard-kompatibel. Wie bedauerlich, dass ich daran nicht früher gedacht hatte. Und wenn man danach sucht, wird man feststellen, dass sich wohl nichts mehr ändern wird.
Als kleine Zugabe hat sich jetzt noch – 4 Tage nach Neuinstallation – mein Bootcamp Windows XP total zerlegt und lässt sich auch nicht mehr neu installieren, weshalb ich die Partition gelöscht habe. Neuanlegen konnte ich sie aber auch nicht mehr. Ich wurde freundlich aufgefordert, ein Backup anzulegen, die Platte neu zu partitionieren, das Backup zurückzuspielen und einen neuen Versuch zu starten. Genau das mache ich jetzt auch. Wahrscheinlich wird auch das nicht funktionieren und mit einem Totalverlust alle Daten enden.


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Dann sehen wir uns vor Gericht

14 November, 2007

Es gibt Sätze, die man schon so oft in Film/Funk/Fernsehen gehört hat, dass sie eine gewisse Vertrautheit besitzen.
Doch heute habe ich obigen im wahren Leben gehört, und er kam aus meinem Mund. Wer hätte das gedacht.
Wie es dazu kam, ist schnell erzählt:
Heute klingelte das Telefon und ein Herr M. von der Anwaltskanzlei XYZ war am Rohr. Ob ich nicht bald die Abmahnung bezahlen wolle.
„Abmahnung? Welche Abmahnung?“ fragte ich, und bat ihn, mich in einer Viertelstunde nochmals anzurufen, derweil ich fanden wollte, um was es denn überhaupt ging.
Die Zeit reichte dicke, um dank Internet herauszufinden, dass es sich bei besagten Kanzlei, um eine berüchtigte Quelle diverser Abmahnwellen handelte. Ansonsten war mir relativ schleierhaft, was das eigentlich werden sollte.
Ziemlich pünktlich war der durchaus nett auftretende Herr M. dann auch wieder am Telefon.
Ich hätte am 11.07.2007 um 4 Uhr irgendwas zwei Hörbücher zum Download angeboten.
Vor 4 Monaten?
Ja, die Mühlen der Justiz mahlen langsam und ausserdem ist der Brief auch schon vor 4 Wochen an uns raus. (Das Verbeiben ist aber ein Rätsel.)
Nachdem ich mich erstmal ausführlich über diese Verschleppungstaktik ausgelassen hatte, erklärte ich Herrn M., noch niemals ein Hörbuch geladen zu haben.
Das sei aber auch gar nicht das Problem: Die Bereitstellung zum Download sei das Problem.
Aber auch das konnte ich ausschliessen, wie auch den Missbrauch durch Dritte.
Abschliessend verwies ich auf die Mehrdeutigkeit der Downloads (Stichworte Fakes, Hashes) und lud ihn ein, sich selbst von der Richtigkeit meiner Angaben zu überzeugen.
Er äusserte dann die Meinung, die Gerichte seien bezüglich der Mehrdeutigkeit der Hashes anderer Ansicht, was mich das Gespräch mit besagter Äusserung beenden lies.

Sagen wir mal so, dass deutsche Gerichte vollkommen schwachsinnige und merkbefreite IT-Urteile fällen, ist leider eine Tatsache.
Sollte es aber so sein, dass ein Anwalt einfach behaupten kann, eine bestimmte Datei sei zum Download angeboten worden, mit der Anschuldigung aber so lange wartet, bis auch sichergestellt ist, dass niemand mehr das Gegenteil beweisen kann, dann wäre das der sofortige Tod aller p2p-Netze, sowie eine Lizenz zum Gelddrucken für die besagten Anwälte.


ein bugpit-posting