Posts Tagged ‘Hörbuch’

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Tommy Jaud: Hummeldumm

29 April, 2010

Ein neues Hörbuch (das es natürlich auch als Buch gibt) von Tommy Jaud ist für mich immer ein kleiner Grund zum feiern, hat mich der Autor doch in der Vergangenheit oft zum lauten Lachen gebracht. Und ich kann jetzt schon sagen, dass ihm das auch mit „Hummeldumm“ wieder gelungen ist.
Nach „Resturlaub“ geht es auch mit diesem Buch wieder in die Ferne. Dieses Mal nach Afrika, mit einer Reisegruppe, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnte. Mitten drin Matze Klein. Ein Mann mit einem Problem: Er hat vergessen, die neue Wohnung für sich und seine Freundin anzuzahlen und er ist weit weg von zuhause.

Natürlich sollte man wissen, auf was man sich einlässt, wenn man zu Tommy Jaud greift. Er schreibt keine Weltliteratur, aber er schreibt wie ein Mensch, der seine Umwelt sehr genau beobachtet und teilweise sicher auch von eigenen Ergebnissen berichtet. Für den Zuhörer ist das lustig, selbst möchte man das beschriebene wahrscheinlich nicht erleben.
Die Geschichte selbst ist natürlich vollkommen absurd und eine Aneinanderreihung von Katastrophen. Aber wenn man genau hin sieht, sind die Ereignisse für sich betrachtet gar nicht so abwegig. Hat nicht jeder schon mal in Bus oder im Zug neben Menschen sitzen müssen, um die man lieber einen großen Bogen machen würde, wenn man die Wahl hätte?
Ebenso ist Matze Kleins Jagt nach einem passenden Steckdosenadapter durchaus nachvollziehbar, schliesslich steht führ ihn viel auf dem Spiel.
Auch die Angestellten der örtlichen Sparkasse, die einen so gar nicht verstehen wollen, soll es wirklich geben.

Ich war etwas enttäuscht als ich erfahren habe, dass dieses Hörbuch nicht wie die anderen Jaud Geschichten von Christoph Maria Herbst gelesen wurde. Aber sehr schnell wechselte meine Enttäuschung in Begeisterung, denn hier liest der Autor selbst und das macht er großartig. Als einzelner Sprecher unterschiedlichen Figuren Leben zu geben, ist keine einfache Aufgabe und ich glaube nicht, das man es hätte besser machen können.

Für mich ist „Hummeldumm“ wieder ein Glücksfall.

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Hugh Laurie : Bockmist

15 April, 2009

Die meisten Menschen werden Hugh Laurie nur als Dokor House aus der gleichnamigen Fernsehserie kennen. Genau so ging es mir auch. Dass der Schauspieler ausserdem als Schriftstelle tätig war, erfuhr ich nur durch Zufall. Dabei ist Bockmist durchaus kein neues Werk. Es wurde es schon 1997 unter dem Titel „Der Waffenhändler“ in Deutschland veröffentlich und erlebt jetzt durch Hugh Lauries Popularität einen zweiten Frühling. „Der Waffenhändler“ beschreibt die Handlung auch schon ziemlich gut, ich würde diese Buch in die Kategorie Krimi/Thriller einordnen.

Das Buch kocht vor Zynismus und ehrlich gesagt es kocht über. Die bösartigen Kommentare des Ich-Erzählers Thomas Lang sind zwar in kleinen Portionen lecker, auf die Dauer wird dieses Gericht aber schwer verdaulich. Eine etwas plausiblere Handlung hätten dem Werk sicher besser zu Gesicht gestanden als noch mehr zynistische Kommentare und abstruse Situationen.
Natürlich trifft Laurie mit seinen Anmerkung machmal genau ins Schwarze. Oft musste ich laut lachen, und das ist für ein Buch bei dem es um Waffenhandel und den internationalen Terrorismus geht, selten der Fall. Trotzdem wäre an machen Stelle weniger auch mehr gewesen. Vielleicht hätte es sogar aus einem guten Buch ein brillantes Buch gemacht.

Eine ganz besondere Leckerei ist natürlich das gleichnamige Hörbuch, das ebenfalls im Handel erhältlich ist. Sprecher des Hörbuches ist Klaus-Dieter Klebsch, der auch als Hugh Laurie Synchronstimme in Doctor House tätig ist. Klebsch macht seine Arbeit wirklich sehr gut und verleiht der Geschichte eine bleibenden Eindruck. Aber auch hier ist für meinen Geschmack zu viel Zynismus untergemischt und es wird sicher eine sehr lange Zeit vergehen, bis ich diese Geschichte eine weiteres Mal hören werden.

Meine Wertung 7 von 10

ein hollix Posting