Archive for the ‘Science Fiction’ Category

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Andreas Brandhorst : Kinder der Ewigkeit

29 April, 2010

Nach dem Mystery-Triller „Äon“ versucht sich Brandhort mit diesem Buch wieder als Science Fiction Autor, eine Talent das er schon in der Vergangenheit erfolgreich unter Beweis gestellt hat. Zwar erreicht „ Kinder der Ewigkeit“ nicht die Brillanz von „Äon“ ist aber trotzdem ein guter Vertreter deutschsprachiger Science Fiction.

Der Roman handelt von dem Profikiller Esebian, der den Auftrag erhält einen Unsterblichen zu ermorden.
Obwohl die Unsterblichkeit von je her ein beliebtes Thema der Science Fiction ist, ist dieses Ansatz neu und Esebians Auftrag nur der Beginn einer Verschwörung von galaktischen Ausmassen.
Das Buch selbst ist spannend geschrieben und nur machmal etwas verwirrend, wenn die beschriebene zukünftige Technologie doch zu fremdartig ist. Das ist aber nur wenig störend, denn im Grunde hat man eine klassische Verschwörungsgeschichte, die eben in der Zukunft spielt wo und man nicht weiss, wer denn nun die Bösen und wer die Guten in diesem Spiel sind.

Die beschriebene Zukunft selbst ist so komplex und facettenreich, dass es nicht verwunderlich wäre, würde Brandhorst eine Fortsetzung nachlegen. Überhaupt scheint dieses Buch nur der Eingang in ein größeres Universum zu sein, denn viel zu viele Fragen bleiben unbeantwortet. Da der Autor auch in der Vergangenheit Mehrteiler geschrieben hat, kann man fast sicher sein, dass hier noch etwas folgt. Mehr Hintergrund Informationen würden dieses Buch sogar aufwerten und es noch etwas besser machen.

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Robert Charles Wilson : Die Chronolithen

4 April, 2010

Die Handlung von „Die Chronolithen“ ist im Grunde so einfach, dass man sie in wenigen Sätzen wiedergeben kann. Auf der Erde erscheinen plötzlich und aus dem Nichts riesige und unzerstörbare Monumente unbekannter Herkunft. Schnell wird klar, dass diese Bauwerke aus der Zukunft zu kommen und von einem Eroberer namens Kuin berichten.
Endlich wieder gute Science Fiction! Das waren meinen Gedanken, nachdem ich etwa ein Drittel dieses Buches gelesen hatte. Und wie bei guten Science Fiction üblich, geht es in solchen Geschichten weniger um Ausserirdische oder Raumschiffe, sondern um Menschen. Wer also über interstellare Schlachten oder schleimige Aliens lesen möchte, sollte lieber zu einem anderen Buch greifen. Aber was der Autor hier abliefert ist nicht weniger interessant und ausserdem intelligent in Szene gesetzt. Woher kommen die Chronolithen und wer schickt sie? Und vor allem, welchen Einfluss haben die Chronolithen auf die Menschen der Gegenwart?
Handlungsträger dieser Geschichte ist eine überschaubare Gruppe von unterschiedlichen Charakteren und Zeitzeugen und das Buch beschreibt ihr Leben und wie sie durch Zufälle oder Vorbestimmung zueinander finden. Wissenschaftler und Geheimdienstler gibt es in diesem Buch ebenso wie religiöse Fanatiker, die ein Ereignis wie das Erscheinen eines Chronolithen wahrscheinlich hervorbringen würden.
Für mich war dieses Buch nie langweilig, obwohl es mir in einigen Passagen wie eine Studie einer fiktiven zukünftigen menschlichen Gesellschaft vorkam. Denn Wilson schreibt glaubwürdig und nachvollziehbar, was das ganze Buch zusätzlich aufwertet. Das mag vielleicht nicht jedem Leser gefallen, aber wenn man bereit ist sich darauf einzulassen, erhält man einen Blick in eine sehr düstere Zukunft.
Robort Charles Wilson stellt in diesem Buch viele Fragen und nicht alle werden zur Zufriedenheit des Lesers endgültig beantwortet. Aber das ist in einem Buch wie diesem vielleicht auch schwer möglich. „Die Chronolithen“ ist ein originelle Variation der bekannten Zeitreise Geschichten, in der ein Zeitparadoxon mal aus der anderen Richtung betrachtet wird. Steht die Zukunft schon fest oder wurde über das Schicksal der Menschheit noch nicht entschieden?

Meine Wertung 8 von 10

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Dmitry Glukhovsky : Metro 2033

1 Februar, 2010

Nach einem verheerenden Krieg haben sich die Überlebenden der russischen Hauptstadt in ihre weit verzweigte U-Bahn zurückgezogen. Dabei verhält sich das Leben in der Metro genau so wie zuvor an der Oberfläche. Es gibt Handel, politische und religiöse Fanatiker und organisiertes Verbrechen. Hatte man also die naive Idee, die Menschheit würde im Falle eines Krieges endlich vernünftig und zusammenrücken, wird man hier eines Besseren belehrt.
Im Buch geht es um die Abenteuer des jungen Artjom, der einen Auftrag erhält, der ihn quer durch die die unterirdische Anlage führt. Auf seiner Reise von Station zu Station triff Artjom immer neue Gefährten, nur um sich kurze Zeit später wieder von ihnen zu verabschieden. Das ist für den Leser etwas frustrierend, denn es gibt keine Figuren an die man sich gewöhnen kann und man erhält auch keine Einblick, welcher Charakter denn nun wirklich wichtig ist.
Trotz seines Umfangs von über 750 Seiten hat man Metro schnell durchgelesen. Es ist auch kein kompliziertes Buch und man erhält auch sehr leicht den Eindruck, der Autor hatte beim Schreiben ein ehr jüngeres Publikum im Auge. So spannende wie eine Geschichte in der Moskauer Metro hätte sein können, ist dieses Buch leider nicht. Ideologien werden oft nur als schwarz/weiss dargestellt und auch sonst fehlt dem Werk die Tiefe, um wirklich aussergewöhnlich zu sein. Es ist Unterhaltung. Nicht mehr und nicht weniger. Eine typische Abenteuergeschichte an einem ungewöhnlichen Schauplatz.

Dem Buch liegt auch eine Karte der Moskauer Metro bei, damit der Leser die Abenteuer besser nachvollziehen kann. Das war eine gute Idee, sind die fremden Namen doch gewöhnungsbedürftig.

Meine Wertung 6 von 10

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Arthur C. Clark / Frederik Pohl : Das letzte Theorem

1 Februar, 2010

Das letzte Theorem ist leider der letzte Roman des verstorbenen Arthur C. Clark ,den er in Zusammenarbeit mit Frederik Pohl geschrieben hat. Auf 490 Seiten geht es in diesem Werk um das Leben des Mathematik Genies Ranjit Subramanian. Die zwei Autoren schildern eine glaubwürdige Biografie voller Höhen und Tiefen und das Buch ist flüssig zu lesen, ohne das man ins Stockend kommt. Ausserirdische kommen übrigens auch immer mal wieder vor. Leider ist die Qualität im Vergleich zu anderen Büchern von Clark ehr durchschnittlich. Auch die überraschende Wende zum Ende kommt so schnell, dass man als Leser überrascht ist, plötzlich auf der letzen Seite angekommen zu sein. Ob dieses abrupte Ende mit dem Tod von Clark zusammenhängt oder ob die Autoren es wirklich so geplant haben, bleibt unbeantwortet. Trotzdem bleibt das Gefühl, es würde noch etwas fehlen.
Man brauch keine Kenner der höheren Mathematik zu sein, um Freude an diesem Buch zu haben, und im Anhang wird auch erklärt, was hinter sich dem letzten Theorem verbirgt, damit auch die Unwissenden nicht im Regen stehen bleiben müssen.
Abschliessen kann man sagen, dass dieses Buch leider kein Meisterwerk ist, aber es bleibt die letzte Arbeit von Clark und das sollte als Grund reichen, es zu lesen. Ein paar unterhaltsame Stunden verlebt der Leser mit Sicherheit.

Meine Wertung 7 von 10

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Michael Marcus Thurner : Turlis Reise

1 Februar, 2010

Wenn Autoren der Perry Rhodan Romane anfangen, ihre eigenen Bücher zu schreiben, ist das ein Ereignis, das man als Freund guter Science Fiction Geschichten nicht ignorieren sollte. Und so habe auch ich ohne zu zögern zu diesem Buch gegriffen, um dem Autor eine wohl verdiente Chance zu geben, und der Umschlagtext  lass sich doch wirklich vielversprechend.

Und man muss die Idee zu diesem Buch ohne Zweifel als originell bezeichnen, handelt es sich doch bei Turil, der Hauptfigur dieses Werkes, um einen interstellaren Bestattungsunternehmer. Das gab es bisher noch nie und die Gesichte ist wirklich gut erzählt. Einfach ausgedrückt beschreibt der Roman Turils Arbeitsalltag und seine Reise von Planet zu Planet.
Für machen Leser mag es abschreckend sein, aber beim Lesen kann man die Einflüsse von Perry Rhodan auf den Autor durchaus spüren. Auch in diesem Buch gibt es unzählige Rassen und fremde Kulturen, vielleicht sogar etwas zu viele für Leser, die das in diesen Mengen nicht gewöhnt sind. Aber der Autor schafft es durchaus alles unterhaltsam und glaubhaft rüber zu bringen.
Turils Reise gehört übrigens zu der Sorte Bücher, bei denen die ganze Geschichte erst auf den letzten Seiten plötzlich Sinn ergibt und alle losen Fäden zusammen kommen. Zwischenzeitlich hat man vielleicht gelegentlich das Gefühl, der Autor wüsste nicht, wo er mit seiner Geschichte hin will, aber dieser Eindruckt täuscht. Man muss nur etwas Geduld haben.
Freunde von Perry Rhodan Romanen können ohne zu zögern zu diesem Buch greifen, sie werden nicht enttäuscht und erhalten eine farbenfrohe Geschichte in einem turbulenten Universum. Auch Leser von anderen Science Fiction Autoren, sollten Michael Marcus Thurner eine Chance geben, die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie an seinem Schreibstil Gefallen finden werden.

Meine Wertung 7 von 10

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Neal Asher : Der Drache von Samarkand

13 Juli, 2009

Ich habe schon oft tolle Bücher von tollen Autoren gefunden indem ich mich einfach bei den Neuheiten meines Buchhändlers umgesehen habe. Das war auch der Weg auf dem ich diese Buch gefunden habe. Leider ist es alles andere als toll und neu ist es auch nicht. Nur ein neuer Einband wurde diesem Werk verpasst.
„Der Drache von Samarkand“ ist ein Science Fiction Roman und gut im Ansatz. Da gibt es Menschen mit generischen Anpassungen, Cyberimplantaten und interstellare Reisen. Daraus eine einigermassen akzeptable Geschichte zu machen ist für viele Autoren ein Kinderspiel. Neal Asher gelingt es trotzdem nicht. Es wirkt wie ein farbloser Brei, was er da geschrieben hat.

Mir kam es immer so vor, als würde ich nur Seite für Seite lesen, ohne das es da irgendeinen Zusammenhang gab. Richtig in die Geschichte einfinden konnte ich nie. Die Motivation der Personen, die Dinge zu tun, die sie tun, ist mir nie richtig klar geworden. Da gibt es Kriminelle und Agenten deren Wege sich auch schon gekreuzt haben, aber würde man von mir verlangen eine Inhaltsangabe abzuliefern würde ich komplett versagen.

Da ist zum einen die Hauptperson Ian MacCormac, der 30 Jahre lang mit einem Computer verbunden war. Für seinen nächsten Auftrag sagt man ihm, er müsse sich von dem Netz trennen oder er würde sterben. Da ist schon die ganze Erklärung. MacCormac tut es, ohne größere Konsequenten für ihn.

Nach 220 Seiten habe ich dieses Buch aufgegeben. Die Handlung war mir vollkommen undurchsichtig und machte keinen Spaß. Zu allem Überfluss ist auch das Buch nicht klar gegliedert. Endet ein Absatz, kann es passieren, dass man sich plötzlich an einem anderen Schauplatz mit anderen Figuren befinden, ohne es im ersten Moment zu merken. Ein kleiner Stern zwischen den Absätzen hätte hier wahre Wunder gewirkt. In manchen Büchern greift man zu diesem Stilmittel, hier, wo es nötigt gewesen wäre, tat man es nicht.

In diesem Buch gab weder Spannung noch Unterhaltung. Die Figuren waren so undurchsichtig wie ihre Handlungen. Da kann man seine Zeit durchaus besser verbringen. Wer düstere Science Fiction lesen möchte sollte lieber zu einem Buch von Richard Morgan greifen.

Meine Wertung 1 von 10
ein Hollix Posting

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Arthur C. Clark / Stephen Baxter : Wächter

21 Juni, 2009

Mit Wächter endet die Trilogie der beiden Autoren Clark und Baxter und mit seinen 450 Seiten ist es auch das umfangreichste der drei Bücher. Wieder ein Mal steht die Menschheit vor der Auslöschung und es muss alles daran getan werden, dies zu verhindern.
Um diese Buch zu verstehen sollte man die anderen beiden Bände gelesen haben, denn im Unterschied zum zweiten Band sind die Referenzen auf die anderen Bücher sehr groß.
Die Autoren beschrieben die zukünftige und vergangene Weltraumfahrt wieder sehr detailliert, man merkt dass sie wissen, was sie schreiben. Alles wirkt glaubhaft und akzeptabel, obwohl es in einigen Fällen ferne Science Fiction ist.
Was mir an diesem Buch und auch an seinem Vorgänger besonders gefällt, ist die geeinte Menschheit, die gemeinsam an einem Ziel arbeitet. Länder- und Rassengrenzen scheinen bis auf wenige Ausnahmen aufgehoben. Stattdessen gibt es jetzt Rivalität zwischen den Menschen der Erde und denen im Weltraum, den so genannten Spacern. Aber der politische Hintergrund bleibt in dieser Trilogie Nebensache.

Obwohl die Trilogie mit diesem Buch endet, bleiben doch noch einige Fragen offen, die am Schluss gegebene Antwort befriedigt den Leser nicht vollständig. Es bleibt allerdings genug Spielraum für die Interpretation des Lesers, obwohl man sich doch einen weiteren Band wünschen würde. Ob Stephen Baxter sich dieser Aufgabe nach dem Tod seines Co-Autors Clark stellen wird, bleibt abzuwarten.

Meine Wertung 7 von 10
ein hollix Posting