Archive for the ‘andere’ Category

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David Safier : Mieses Karma

4 April, 2010

Es hätte für Kim Lange der schönste Tag ihres Lebens werden können, schliesslich hat sie soeben den deutschen Fernsehpreis gewonnen, dummerweise wird Kim kurz darauf von den Trümmern einer abstürzenden russischen Raumstation getroffen und stirbt. Was wie das Ende einer jeden Geschichte klingt ist für „Mieses Karma“ erst der Anfang, den Kim wird wieder geboren: Als Ameise!
Natürlich kann sich eine selbstbewusste Frau wie Kim mit diesem Schicksal nur schwer anfreunden, vor allem, dass sie sehen muss, wie eine neue Frau ihren Platz in der Familie einnimmt. Aber als Ameise hat sie wenig Möglichkeiten. Jetzt gilt es, positives Karma zu sammeln und auf die nächste Wiedergeburt zu warten. Zum Glück ist die Lebenserwartung der Ameise Kim nicht allzu lang …
Mieses Karma ist ein amüsantes Buch, es ist gut zu lesen und unterhaltsam. Kims Reise durch verschiedene Inkarnationen der Tierwelt sind eine originelle Idee und so erhält man ein kleines aber feines Buch das Spaß macht. Eine Moral gibt’s am Ende auch, was will man mehr?

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Hugh Laurie : Bockmist

15 April, 2009

Die meisten Menschen werden Hugh Laurie nur als Dokor House aus der gleichnamigen Fernsehserie kennen. Genau so ging es mir auch. Dass der Schauspieler ausserdem als Schriftstelle tätig war, erfuhr ich nur durch Zufall. Dabei ist Bockmist durchaus kein neues Werk. Es wurde es schon 1997 unter dem Titel „Der Waffenhändler“ in Deutschland veröffentlich und erlebt jetzt durch Hugh Lauries Popularität einen zweiten Frühling. „Der Waffenhändler“ beschreibt die Handlung auch schon ziemlich gut, ich würde diese Buch in die Kategorie Krimi/Thriller einordnen.

Das Buch kocht vor Zynismus und ehrlich gesagt es kocht über. Die bösartigen Kommentare des Ich-Erzählers Thomas Lang sind zwar in kleinen Portionen lecker, auf die Dauer wird dieses Gericht aber schwer verdaulich. Eine etwas plausiblere Handlung hätten dem Werk sicher besser zu Gesicht gestanden als noch mehr zynistische Kommentare und abstruse Situationen.
Natürlich trifft Laurie mit seinen Anmerkung machmal genau ins Schwarze. Oft musste ich laut lachen, und das ist für ein Buch bei dem es um Waffenhandel und den internationalen Terrorismus geht, selten der Fall. Trotzdem wäre an machen Stelle weniger auch mehr gewesen. Vielleicht hätte es sogar aus einem guten Buch ein brillantes Buch gemacht.

Eine ganz besondere Leckerei ist natürlich das gleichnamige Hörbuch, das ebenfalls im Handel erhältlich ist. Sprecher des Hörbuches ist Klaus-Dieter Klebsch, der auch als Hugh Laurie Synchronstimme in Doctor House tätig ist. Klebsch macht seine Arbeit wirklich sehr gut und verleiht der Geschichte eine bleibenden Eindruck. Aber auch hier ist für meinen Geschmack zu viel Zynismus untergemischt und es wird sicher eine sehr lange Zeit vergehen, bis ich diese Geschichte eine weiteres Mal hören werden.

Meine Wertung 7 von 10

ein hollix Posting

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Robert Anton Wilson : Das Universum nebenan

23 September, 2008

Zeitweise habe ich mich wirklich gefragt, welche Drogen der Autor während des Schreibens genommen hat, um so einen Unsinn zu verzapfen. Dabei hätte mir der Text auf dem Cover schon als Warnung reichen sollen: „Eine bekiffte Fassung von Alice im Wunderland“.
Diese Buch entpuppt sich als eine Sammlung willkürlicher Fetzen von Geschichten, die alle nicht viel mit einander zu tun haben. Teilweise recht skurrile Ideen hat dieses Buch schon, das muss ich zugeben nur, leider fehlte Wilson der Wille oder das Talent daraus eine Geschichte zu machen, die auch nur irgendwie eine Aussage hat.
Zu allem Überfluss ist diese Buch nur ein Teil einer Trilogie, die man laut Autor „in beliebiger Reihenfolge lesen kann.“ Vielleicht liegt es an mir aber ich kann diesem Buch nichts abgewinnen. Vielleicht sind aber auch alle drei Bücher erst dann verständlich, wenn man sie alle kennt. Wie Folien, die erst dann ein Bild ergeben wenn man sie übereinander legt. Allerdings weiss ich nicht, ob ich noch die Kraft habe mehr von Wilson zu ertragen.

ein hollix posting
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Wei Hui : Shanghai Baby

25 August, 2008

Wenn in der Beschreibung einen Romans steht, das dieser in China von der Kommunistischen Partei verboten wurde, und sogar über 40.000 Exemplare diese Buches verbrannt wurde dann kann das schon mal die Neugier wecken. So ging es auch mir bei dem Werk „Shanghai Baby“. Allerdings wurde ich sehr enttäuscht.

Das Buch, das autobiografische Zügen haben soll, beschreibt das Leben einer jungen Schriftstellerin zwischen zwei Männern. Das ist aber weder erotisch noch aufregend noch sonst auf irgend eine Art interessant. Auch habe ich mich gefragt woher denn die Frau das Geld für ihren Yuppie-Lebensstil her hat, da sich ihr ersten Buch nur in einer sehr geringen Auflage erschienen ist. Immerhin hat sie aber genug Geld um problemlos in China durch die Lande zu fliegen, und sei es auch nur für eine Party.
Das, und viele andere Dinge, sind in diesem Buch nicht wirklich schlüssig. Man könnte es verzeihen wenn die Geschichte auch nur annäherungsweise unterhaltsam wäre. Ist sie aber nicht. Wir erleben hier eine wenig originelle Frau mit einem planlosen und belanglosem Leben das nirgendwo hin zu führen scheint. Der Alltag ist vorhersehbar ebenso wie die beiden Liebesbeziehungen. Eine Folge einer beliebigen Seifenoper im Fernsehen bringt mehr Überraschungen und bessere Unterhaltung.

ein hollix-Posting

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