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Stephen King : Sara

26 Juli, 2009

Ich hatte „Sara“ schon seit einigen Jahren in meinem Bücherregal stehen, bin aber nie dazu gekommen es zu lesen. Es ist wohl aus der Zeit übergeblieben, in der ich erwartungsvoll jedes neue Buch von Stephen King verschlungen haben. Dann aber liess die Faszination an diesem Mann nach und ich habe mich anderen Autoren aus anderen Bereichen zugewannt. „Sara“ blieb, wie schon erwähnt, ungelesen. Wiederentdeckt habe ich Stephen King erst vor wenigen Monaten, aber nicht durch ein gedrucktes Buch sondern durch das Hörbuch „Sunset“, einer Sammlung von Geschichten. Ebenfalls ein großartiges Wert, sehr zu empfehlen!

„Sara“ ist Kings typischer Kleinstadthorror. Während es auf den ersten Blick ruhig und idyllisch aussieht, brodelt es unter der Oberfläche und immer mehr dunkle Geheimnisse kommen ans Licht. So ist es nicht verwunderlich, dass dieses Buch langweilig und langatmig beginnt. Aber diese Passagen nutzt King, um seinen Figuren Charakter und Tiefe zu verleihen, ein Talent, das vielen anderen Autoren fehlt oder absichtlich vernachlässig wird, um auf eine bestimmte Seitenzahl zu kommen. „Sara“ hingegen ist kein dünnes Buch und gewiss auch nicht in wenigen Tagen zu lesen.
Vielleicht ist es Absicht des Autors, aber lange Zeit dachte ich in diesem Buch ginge es einzig und alleine um Sorgerechtstreitereien über eine kleines Mädchen. Aber gegen Ende bricht wortwörtlich „Der Sturm los“ und King zeigt was er als Horrorautor zu bieten hat. Eine Genialität, die vielen Autoren fehlt, denn hier werden wirklich alle losen Enden zusammengeführt.

Nach dem Erfolg von Kings Buch „Es“ ist man in Deutschland dazu übergegangen möglichst vielen seiner Bücher Titel mit nur einem Wort zu verpassen. Diese Unsitte hält übrigens bis heute an und auch Sara bildet keine Ausnahme. Der originale Titel dieses Buches ist „Bag of Bones“, also „Sack voll Knochen“. Eine Metapher, die auch im Buch immer wieder verwendet wird und besonders gegen Ende des Romans eine wichtige Bedeutung bekommt.

Meine Wertung 9 von 10
ein hollix Posting
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One comment

  1. Eine gute Rezension. Sara zählt definitiv zu meinen Lieblingsbüchern von Stephen King, da ich eigentlich nur an seinen nachdenklichen, bodenständigen Werken wie Die Verurteilten, Dolores, Das Mädchen, Stand By Me, Dead Zone, Das Spiel, Sie, ect. interessert bin.

    Über die deutschen Titel hat sich Stephen King bereits lächelnd geäussert, dass man in diesem Land anscheinend kurze Titel mag.



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