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Postfrösche und andere Kreaturen der Servicewüste

16 März, 2008

Wenn ich nach Feierabend zur örtlichen Postfiliale gehe, stehen die Kunden meistens bereits draussen in der Schlange an. 20 Minuten Wartezeit sind normal. Von fünf vorhandenen Schaltern sind dann drei besetzt. Und wenn ich mich dann nach gefühlten 3 Stunden bis kurz vor den Schalter gewartet habe, muss ich immer wieder die gleichen Dialoge mit anhören: „Vielen Dank… äh, haben Sie eigentlich schon die neuen Leistungen der Postbank gesehen?“ oder „Vielen Dank… äh, wissen Sie, dass Sie durch den Wechsel des Stromanbieters 3 Mio. Euro im Jahr sparen können?“ Sabbernd laufen die Postfrösche zur Hochform auf, um auch ja den letzten Cent an Provision einstreichen zu können.
Prinzipiell habe ich auch nichts dagegen einzuwenden, wenn man dann wenigstens alle Schalter öffnen würde.

Den Clou hat sich unser heimischer Postfrosch gerissen, als er eines Samstags bei uns an der Haustür klingelte. Er übergab meiner Frau eine blaue Karte mit der Aufforderung, die dazugehörige Warensendung am Montag in der Filliale abzuholen. Hhm… Moment? War da nicht etwas? Ist es nicht der Urauftrag dieses Berufsstandes die Post AUSZUTRAGEN? Eine kurze Nachfrage ergab eine verblüffend ehrliche Antwort: „Ich hatte heute so viel Post, da wollte ich Ihre Warensendung nicht auch noch mitschleppen.“ Ja ne, is klar…

Letzte Woche war ich am Bahnhof um eine Fahrt von Dortmund nach Berlin zu buchen. Fahrtantritt soll erst in sechs Wochen sein, auf einem Montag und die Abfahrtszeit war flexibel. Die etwas lustlose Mitarbeiterin wollte mir allen Ernstes erzählen, dass Sie mir kein Angebot in der 2. Klasse machen könne – alles ausgebucht. Sie war ein wenig verdutzt, als ich mein Mobiltelefon aus der Tasche zog um einen Freund am anderen Ende der Leitung anzuweisen, „mal eben“ im Internet einen Billigflug zu buchen. Wie von Zauberhand waren plötzlich doch noch Plätze frei…

Und die Moral von der Geschichte: Konkurrenz belebt das Geschäft… und die Deutsche Post AG wird diese Erfahrung auch irgendwann machen!

Ein Gastposting von BlackFlash71

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