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Richard Morgan : Skorpion

13 Dezember, 2007

Ich hatte mich sehr auf ein neues Buch von Richard Morgan gefreut, leider wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. „Skorpion“ erreicht bei weitem nicht die Spannung früherer Werke, wie zum Beispiel „Das Unsterblichkeits Programm“. Obwohl es sehr blutig beginnt, wird es sehr schnell zäh und uninteressant. Statt ausschliesslich eine Science Fiction Kriminalgeschichte zu erzählen, verschwendet Morgan viele Seiten mit der mögliche Zukunft von Staaten, Kultur und Religion. Das tut er sogar mit voller Absicht wie man aus dem Nachwort schließen kann. Schon in „Heiliger Zorn“ gab es solche Passagen, die mir auch da schon nicht gefallen haben, weil sie die eigentliche Geschichte nicht vorranbringen. Und es ist auch nichts woran man sich nach Abschluss des Buches noch erinnert.
Zentrale Figur der Geschichte ist der genmanipulierte Kopfgeldjäger Carl Marsalis, der den Aufragt hat, andere seiner Art auszuschalten. Bei diesem Thema musste ich sehr stark an den Film „Blade Runner“ denken, das Cover des Buches unterstützt diesen Eindruck noch, zeigt es doch ein „fliegendes Auto“ vor einer Gruppe Wolkenkratzern bei Nacht.

Was mit in diesem Buch ebenfalls negativ aufgefallen ist, ist die Angewohnheit des Autors, die Charaktere nur mit „er“ oder „sie“ zu bezeichnen ohne ihre Namen zu benutzen. Dies hält er sogar über mehrere Seiten hinweg durch. Dadurch ist es sehr schwer sich wieder in die Geschichte einzufinden, wenn man das Buch mal ein paar Tage zur Seite legt.

Auf den letzten 130 Seiten legt die Geschichte wieder etwas an Tempo zu und man erfährt auch wieso die Übersetzter auf diesen Buchtitel kamen. Der orginale Titel ist nämlich „Black Man“.

Meine Wertung: 6 von 10

ein hollix-posting

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2 Kommentare

  1. Ein Übersetzer hat normalerweise nichts mit dem Titel des übersetzten Buchs zu tun, das machen die Leute im Verlage.
    Wer es nicht weiß:
    Übersetzer arbeiten freiberuflich für einen, na ja, will nicht sagen Hungerlohn, aber doch für ziemlich wenig Geld den Verlagen zu.
    Gruß vom Übersetzer


  2. Ist ja immer eine Frage, was man von SF erwartet. Eigentlich soll sie ja genau das tun, was du bemängelst, nämlich: sich mit der möglichen Zukunft von Staaten, Kultur und Religion zu beschäftigen. Am besten verpackt in eine spannende Geschichte. Das hat Morgan hier wieder perfekt hingekriegt. Mir persönlich gefallt „Skorpion“ besser als „Heiliger Zorn“, aber es kommt wirklich nicht ganz an „Das Unsterblichkeitsprogramm“ heran. Man sollte es vorher lesen, denn es erzählt ja auch die Vorgeschichte…
    Noch ein Wort zur Übersetzung (da ja Herr Winkelmann auch hier liest): mit der war ich vollauf zufrieden – und das ist nicht immer so!



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