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Dann sehen wir uns vor Gericht

14 November, 2007

Es gibt Sätze, die man schon so oft in Film/Funk/Fernsehen gehört hat, dass sie eine gewisse Vertrautheit besitzen.
Doch heute habe ich obigen im wahren Leben gehört, und er kam aus meinem Mund. Wer hätte das gedacht.
Wie es dazu kam, ist schnell erzählt:
Heute klingelte das Telefon und ein Herr M. von der Anwaltskanzlei XYZ war am Rohr. Ob ich nicht bald die Abmahnung bezahlen wolle.
„Abmahnung? Welche Abmahnung?“ fragte ich, und bat ihn, mich in einer Viertelstunde nochmals anzurufen, derweil ich fanden wollte, um was es denn überhaupt ging.
Die Zeit reichte dicke, um dank Internet herauszufinden, dass es sich bei besagten Kanzlei, um eine berüchtigte Quelle diverser Abmahnwellen handelte. Ansonsten war mir relativ schleierhaft, was das eigentlich werden sollte.
Ziemlich pünktlich war der durchaus nett auftretende Herr M. dann auch wieder am Telefon.
Ich hätte am 11.07.2007 um 4 Uhr irgendwas zwei Hörbücher zum Download angeboten.
Vor 4 Monaten?
Ja, die Mühlen der Justiz mahlen langsam und ausserdem ist der Brief auch schon vor 4 Wochen an uns raus. (Das Verbeiben ist aber ein Rätsel.)
Nachdem ich mich erstmal ausführlich über diese Verschleppungstaktik ausgelassen hatte, erklärte ich Herrn M., noch niemals ein Hörbuch geladen zu haben.
Das sei aber auch gar nicht das Problem: Die Bereitstellung zum Download sei das Problem.
Aber auch das konnte ich ausschliessen, wie auch den Missbrauch durch Dritte.
Abschliessend verwies ich auf die Mehrdeutigkeit der Downloads (Stichworte Fakes, Hashes) und lud ihn ein, sich selbst von der Richtigkeit meiner Angaben zu überzeugen.
Er äusserte dann die Meinung, die Gerichte seien bezüglich der Mehrdeutigkeit der Hashes anderer Ansicht, was mich das Gespräch mit besagter Äusserung beenden lies.

Sagen wir mal so, dass deutsche Gerichte vollkommen schwachsinnige und merkbefreite IT-Urteile fällen, ist leider eine Tatsache.
Sollte es aber so sein, dass ein Anwalt einfach behaupten kann, eine bestimmte Datei sei zum Download angeboten worden, mit der Anschuldigung aber so lange wartet, bis auch sichergestellt ist, dass niemand mehr das Gegenteil beweisen kann, dann wäre das der sofortige Tod aller p2p-Netze, sowie eine Lizenz zum Gelddrucken für die besagten Anwälte.


ein bugpit-posting

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