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Warum ich die FDP so sehr hasse

12 Oktober, 2007

Es ist ja nicht so, dass ich jedem, der es nicht hören will, meine politischen Ansichten um die Ohren hauen würde – obwohl, besser wäre es wahrscheinlich.

Trotzdem, sollte es mal zufällig zum Thema werden, weil z.B. grade wieder mal Wahlen stattfinden, gelingt es mir fast nie, meinen tief empfundenen Ekel zu unterdrücken.

Weil durch heftige Rückenschmerzen zu jeder sinnvollen Tätigkeit unfähig und weil sich das Verfassungsgericht grade mit dem Online-Durchsuchungsgesetz in NRW (Justizministerium in FDP-Hand) beschäftigt, fühlte ich mich inspiriert, mal in mich zu gehen.

Denn seien wir mal ehrlich, was macht diese Partei einzigartig?
Der hohe Anteil an Vorbestraften? – Nein, da hält die CSU locker mit.

Die unfassbare Lächerlichkeit ihres Bundesvorsitzenden? – In der letzten Zeit mal einen Blick auf unsere Kanzlerin geworfen? Nein, dass ist es auch nicht.

Die totale Kompetenzfreiheit? – Schön wäre es.

Die Klientel-Politik? – Hm, fast. Aber macht das die Neue Linke nicht auch?



Nein, es ist ihre – ich nenne es mal in Ermangelung eines besseren Begriffs – Schleimigkeit.

Ein konkretes Beispiel: Bis vor wenigen Monaten war ich immer der Ansicht, die FDP stünde für Freiheit, Selbstbestimmung und ausdrücklich gegen staatliche Überwachung. Aber leider nur so lange, bis es opportun ist, genau das Gegenteil zu beschliessen. Super, das nenne ich Verlässlichkeit.
Aber warum rege ich mich über so ein Lappalie wie diese kleine Grundgesetzverletzung auf?


Genau darauf bin ich nun gekommen, es liegt an einem Kindheitstrauma!

Die Älteren werden sich vielleicht erinnern, vor der langen, lähmenden Regierungszeit des Dr. Kohl hatten wir einen Bundeskanzler namens Helmut Schmidt. Für meine kindliche Seele musste ein Staatsoberhaupt genau so sein: Weltmännisch, elegant und kompetent. Auch wenn ich in späteren Jahren darauf kam, dass er nicht wirklich für in meinen Augen gute Politik stand, stellte der Wechsel zu Dr. Kohl einen furchtbaren Niveauverlust dar. Und wem hatten wir das zu verdanken? – Der FDP, die mittels Misstrauensvotum Neuwahlen erzwang.

Und wer hat die entsprechende Abstimmung live im Radio mitgehört? Ich.
Meine Erinnerungen sind sehr deutlich und lebhaft, und ich weiss noch, dass ich dachte „Diese Schweine!“

Und das ist der Grund, warum ich die FDP so sehr hasse.



ein bugpit-posting

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One comment

  1. Kann ich nachvollziehen, ist bei mir ähnlich!
    Gut ich bin schon länger in dem Wissen, dass die FDP letztlich Deutschlands Untergang ist, aber wie wir heute sehen, braucht es dazu nicht zwingend die FDP (obwohl es den Untergang und vor allem die 2-Klassen-Gesellschaft beschleunigt), die CDU unter Frau Merkel schafft das auch! – Nein, die SPD ist auch nicht der Heilsbringer und die Linke oder gar braunen auch nicht (Piraten, glaube ich auch nicht)!
    Die Grünen haben ein paar gute Ansätze, aber als Autofahrer, der das Fahrzeug beruflich benötigt, ist es auch schwer eine Partei zu wählen die offensichtlich nicht über die Grenzen einer Großstadt hinweg sehen kann.
    Wie auch immer, ich denke seit Kohl gibt es keine Politker mehr in der Verantwortung, die nicht für die Industrie oder andere, wenig sinnvolle, Interessen arbeiten – wie auch, man wird ja nur was, wenn man vorher seine Seele verkauft!
    So sitze ich wieder hier und frage mich, was wählen, Pest oder Cholera…..?



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