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Killerspiele

8 Dezember, 2006

Nun geistern sie wieder durch die Medien, die sogenannten „Killerspiele“. Oder eigentlich nur eines diese Spiele als Sünderbock: Counter Strike.

Ich kenne diese Spiel nicht besonders gut, trotzdem frage ich mich, wieso dieses Spiel eine Altersfreigabe ab 16 Jahren hat wenn es doch so gewalttätig ist. Irgendwas kann da doch nicht stimmen. Ist es vielleicht gar nicht so schlimm? Kann ich nicht beurteilen.

Finden Computerspiele wirklich Nachahmer im wahren Leben? Zur Zeit spiele ich „Need for Speed“. Dort liefere ich mir regelmäßig Verfolgungsjagden mit der Polizei, wenn ich mit in einem hochgezüchteten Sportwagen durch eine virtuelle Großstadt rase. Würde ich das auch im wahren Leben tun? Niemals! Wieso aber erwartet man, ich würde eine echte Waffe in die Hand nehmen wenn ich Counter Strike spiele?

Oft sehe ich in den Nachrichten wie junge Menschen in tödliche Autounfälle verwickelt sind, aber noch nie sagte der Moderator anschließend : “Auf seinem Computer fand die Polizei eine Vielzahl von Autorennspielen!“ Vielleicht sollte man diesen Zusammenhang mal untersuchen, wenn es dort Einen gibt.

Besonders beeindruckte mich auch der völlig aus dem Zusammenhang gerissene Satz : “Die Computerspiele-Industrie hat im letzten Jahr mehr Geld umgesetzt als die Filmindustrie in Hollywood.“ Das klingt erst ein Mal ganz fürchterlich, „Killerspiele“ verkaufen sich offensichtlich wie geschnitten Brot. Aber auch hier ist ein genauerer Blick nötig.

Was waren denn die erfolgreichsten Spiele der letzten Jahre? Ja, die Spielhersteller hatten wirklich eine gute Nase. Die erfolgreichsten Spiele nicht nur der letzten Jahre, sondern die erfolgreichsten Spiele überhaupt waren „Die Sims“ und der Nachfolgetitel „Sims 2“. Völlig harmlose Spiele also.

Wenn eine Person gewalttätige Tendenzen hat wird sie möglicherweise diese „Killerspiele“ spielen. Aber das ist sicher nur ein Symptom einer Charakterstörung und nicht dessen Auslöser. Vielleicht verstärken sie diese „Veranlagung“ sogar, das will ich nicht abstreiten. Aber ich bin ziemlich sicher ein „Killerspiel“ macht aus einem Menschen mit einem normalen sozialen Umfeld keine Amokläufer. Die Ursachen liegen ganz woanders und sind sicher von Fall zu Fall verschieden.

Eine Frage bleibt für mich aber immer noch unbeantwortet : Wie kommen dieses jungen Menschen eigentlich an scharfe Waffen? Und nicht nur Einzelne sondern ganze Arsenale davon? Das scheint offensichtlich Niemanden zu interessieren.

Vielleicht werden diese Spiele bald verboten. Möglicherweise wäre das gar nicht so schlecht denn dann haben die Politiker Niemanden mehr auf den sie mit dem Finger zeigen können. Vielleicht werden dann auch die wahren Ursachen dieser Probleme angegangen.

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